Eigenständiges Recruitment oder Headhunter?

Viele Unternehmen scheuen aus Kostengründen den Weg zu einem Headhunter. Sehr oft werden hier jedoch Äpfel mit Birnen verglichen und ebenso das Leistungsangebot der Headhunter | Personalleasingunternehmen reicht von einer einfachen quantitativen Selektion, bis hin zur fachlich einschlägigen Beratung. Bei der Kooperation mit einem sehr gut vernetzten und fachlich kompetenten Headhunter liegen die Kosten deutlich unter denen des Eigenrecruitings und sind nebenbei noch voll prognostizierbar.

Geht es um das Thema der Personalbeschaffung lehnen viele Unternehmer im kleinen bis mittleren Segment die Kooperation mit Headhuntern ab. „Zu teuer und dieser Service ist nur etwas für die großen Konzerne“ sind Statements, welche Headhunter regelmäßig hören. Dies wird durch die ungenügende fachliche Expertise der rekrutierenden Personalberatern weiter unterstützt und nimmt somit vom dem Servicegedanken der fachlichen Beratung vehement Abstand. Da sie die Kosten als Auftraggeber für sich transparent gegenüber stellen können müssen die Kosten der Fremdbeauftragung mit den Opportunitätskosten intern verglichen werden. Personalkosten im HR, Fachbereich, GF, aber auch jene der Ausschreibungen auf den Portalen und für die Erstellung der Ausschreibung selbst.

Laut aktueller Studien belaufen sich die internen Kosten eines Unternehmens, welches einen Mitarbeiter mit rund 100.000 EUR p.a. brutto rekrutiert, bei rund 33.340 EUR. Dagegen stellen sich, die in Österreich gängigen, Honorarsätze zwischen 15 und 25%. Somit liegt bei dieser Studie der Kostenvorteil bei rund 8.000 EUR.

Anscheinend hat hier jemand die Eigenleistung teuer und die Fremdleistung billig gerechnet….

Vorsicht bei der Gegenüberstellung

Die vielleicht wichtigste Grundlage für eine wertvolle Gegenüberstellung der Kosten liegt in den Personalabteilungen selbst. Hier wird unterstellt, dass die Personalabteilung sehr erfahren und mit hoher Expertise ausgestattet ist. Die Kosten können eben nur dann gegenüber gestellt werden, wenn ebenso die Qualität des Outputs äquivalent ist. Sonst müssten Sie für die Sichtung der Unterlagen, für die Vorbereitung und Durchführung der Erstgespräche etc. deutlich höhere Zeitbudgets ansetzen. Umgekehrt sind Leistungen eingerechnet, die viele Personalabteilungen heute (noch) gar nicht erbringen, dazu gehört zum Beispiel das laufende Handholding mit dem Bewerber (ein wöchentlicher Kontakt während des ganzen Verfahrens mit allen Kandidaten, denen nicht unmittelbar abgesagt wurde). Für diese und noch weitere erforderliche Handlungen stehen in den meisten Personalabteilungen nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung. An dieser Stelle muss zusätzlich angemerkt werden, dass dies das Image Ihres Unternehmens nachhaltig negativ beeinflussen kann und wird.

Headhunting zunächst immer teurer

Nehmen wir beispielsweise ein Jahreszielgehalt des neuen Mitarbeiters von 100.000 Euro und ein Honorar von 20%, dann kostet der Kopfjäger zusammen mit den Eigenkosten rund 25.000 Euro, also gut doppelt so viel, wie eine Beschaffung ausschließlich durch die eigene Personalabteilung. In der Rechnung fehlen allerdings Aspekte, welche nun im Folgenden erläutert werden:

Die Gegenrechnung, von Ehda-Kosten …

„Die Mitarbeiter sind ehda und daher kostet mir die interne Abwicklung nichts“. Wenn Ihre Planrechnung realistisch sein soll, dann müssen Personalabteilung Kompetenz vorhalten und das Know-How ständig aktualisieren. Für diese beiden Maßnahmen können in der Praxis rund 20.000 EUR jährlich. Dies beinhaltet jedoch nicht die tiefgreifende Expertise z.B. im Finanzbereich, um fachlich geeignete Kandidaten eigenständig erkennen zu können. Diese Fortbildungen in den Themen der Abteilungen werden oftmals aus Kosten- und Zeitgründen nicht durchgeführt. Die fachliche Selektion wird daher oftmals an die Bereichs- oder Abteilungsleitung oder Geschäftsführung ausgelagert, welche natürlich terminlich sehr selten verfügbar sind.

Halten Sie diese Professionalität dagegen nicht vor und beschaffen dann selbst, steigen die Kosten pro Vorgang, gleichzeitig ist die Gefahr einer Nicht- oder Fehlbesetzung signifikant höher. Scheitert der neue Mitarbeiter innerhalb der Probezeit, kostet das nach amerikanischen Berechnungen für die entgangene Wertschöpfung durch die Bindung von Kräften für die Einarbeitung, die letztlich ohne Gegenleistung gezahlten Gehälter, die Wiederbesetzung und den Kollateralschaden (z.B. Unruhe im Unternehmen) bis zu zwei Jahresgehälter.

… bis zum Zusatznutzen des Headhunters

Sprechen wir nun über den Mehrwert eines Headhunters:

  • Ein top Headhunter kennt die Personalmärkte und wird Ihnen hierbei als Lotse im unübersichtlichen Dschungel dienen. Weiters zeigt er alternative Wege und Quellen auf und wird Sie mit seinem Netzwerk unterstützen.
  • •Er ist schneller im Markt: Sie können heute in der Regel verlangen, dass Sie die ersten geprüften Kandidaten innerhalb maximal zwei Wochen nach Ausschreibung der Stelle vorgestellt bekommen. Sie können damit in der Regel schneller einstellen, als wenn Sie selbst suchen müssten.
  • Da er pro Jahr hunderte Gespräche im Recruiting führt sind seine Entscheidungen belastbar. Er bringt einen externen Blick und somit ebenfalls frischen Wind in Ihre Abteilungen. Nach der menschlichen Neigung zum assortative mating (wir sagen: gleich zu gleich gesellt sich gern) wird er nicht den bestehenden Routinen folgen, sondern kann frisches Blut in Ihr Unternehmen bringen.
  • •Auch daran erkennen Sie einen guten Personalberater: Er wird Ihnen widersprechen
  • Eine verdeckte Suche ist nur über Headhunter möglich. Direkte Ansprache der eigenen Personalabteilungen ist oftmals aus Wettbewerbsgründen oder Marktsituationen nicht möglich.
  • Er ist gut für Ihren Ruf. Absagen für die große Mehrheit der Ungeeigneten kommen vom Berater, nicht von Ihrem Unternehmen.
  • Last but not least gehört es zu den selbstverständlichen Leistungen, dass er ohne zusätzliches Honorar wiederbesetzt, wenn der neue Mitarbeiter innerhalb der Probezeit scheitert oder von sich aus ausscheidet. Dabei ist klar, dass genau dieser Fall tunlichst vermieden wird.

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http://www.perspektive-mittelstand.de/Personalbeschaffung-Eigenstaendiges-Recruitment-oder-Headhunter/management-wissen/2998.html

Ihr Ing. Mag. (FH) Gernot Lechner
Professional Scout Finanzen | Technik | Vertrieb

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Kommentare (1)

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